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Humor hat viele Facetten. Die Süddeutsche Zeitung Bibliothek des Humors zeigt den ganzen Reigen literarischen Humors – skurril, satirisch, makaber, hintergründig, böse, ironisch, oder einfach lustig. 20 Lieblingsbücher ausgewählt von der Feuilletonredaktion der Süddeutschen Zeitung.
Woody Allen: Nebenwirkungen & Ohne Leit kein Freud|Eckhard Henscheid: Geht in Ordnung - sowieso -- genau ---|Fay Weldon: Die Teufelin|Boris Vian: Liebe ist Blind|Heinrich Böll: Doktor Murkes gesammeltes Schweigen und andere Satiren|Wenedikt Jerofejew: Die Reise nach Petuschki|V.S. Naipaul: Wahlkampf auf karibisch Oder: Eine Hand wäscht die andere|Tom Robbins: Salomes siebter Schleier|T.C. Boyle: Willkommen in Wellville|Ernst Augustin: Gutes Geld. Roman in drei Anleitungen|Thomas Berger: Abenteuer einer künstlichen Frau|Ror Wolf: Fortsetzung des Berichts|Roald Dahl: Onkel Oswald und der Sudan-Käfer|Paul Murray: An Evening of Long Goodbyes|Robert Gernhardt: Kippfigur. Erzählungen|Tom Sharpe: Familienbande|Peter Ustinov: Monsieur René|Gregor von Rezzori: Maghrebinische Geschichten|David Lodge: Schnitzeljagd|P.G. Wodehouse: Der unvergleichliche Jeeves
Woody Allen: Nebenwirkungen & Ohne Leit kein Freud
Woody Allen ist wohl nach wie vor der berühmteste Neurotiker der Welt. Mit seinen Büchern „Nebenwirkungen“ & „Ohne Leit kein Freud“, die hier erstmals gemeinsam in einer Ausgabe erscheinen, bewies er jedoch schon früh, dass er auch ein herausragender Autor ist. In zahlreichen Kurzgeschichten erwartet den Leser eine unterhaltsame Reise durch den Kosmos des Allen’schen Wahnsinns.
Eckhard Henscheid: Geht in Ordnung - sowieso -- genau ---
Durch eine Erbschaft von finanziellen Zwängen befreit, führt der Jungrentner Eckhard ein Leben des Müßiggangs. Auf seiner Suche nach Zerstreuung gerät er in eine erotische Dreieckskonstellation mit den Schwestern Sabine und Susanne, die er jedoch nur mit mäßigem Ehrgeiz verfolgt. Viel interessanter erscheint es ihm, sich seine Zeit mit den Trinkern Alfred Leobold und Hans Duschke im ANO-Teppichladen zu vertreiben. Ein sprachgewaltiger Roman mit verschrobenen Charakteren.
Fay Weldon: Die Teufelin
Eines Tages hat die unattraktive Ruth Patchett endgültig genug von den Affären ihres Mannes. Seine Familie, sein Haus, seinen Job, seine Freiheit – auf einem gnadenlosen Rachefeldzug will sie alles zerstören, was ihm wichtig ist. Und dabei sind ihr alle Mittel recht. „Die Teufelin“ ist ein herrlich bösartiger Roman, der nicht nur Frauen zur Schadenfreude einlädt. In der Verfilmung aus dem Jahr 1989 wirkte neben Hauptdarstellerin Roseanne Barr auch Meryl Streep mit.
Boris Vian: Liebe ist Blind
Boris Vian beantwortet in 28 Geschichten seiner gesammelten Erzählungen grundlegende Lebensfragen zu Sex und Liebe. Er beschreibt alle Varianten, mit denen wir uns dieser Geisteserscheinung nähern, welchen Trugschlüssen wir dabei verfallen können, und manche dieser Varianten waren derart, dass sie zu Lebzeiten des Autors nicht veröffentlicht werden konnten. Für den Connaisseur Schlüsselgeschichten, für den unvertrauten Leser eine aufregende Nachtwelt, die ihn zum Tagedieb macht.
Heinrich Böll: Doktor Murkes gesammeltes Schweigen und andere Satiren
Heinrich Bölls beißende Satiren entlarven und belehren, bewahren dabei allerdings stets den Humor. “Doktor Murkes Schweigen und andere Satiren“ kann zweifellos als Klassiker der deutschsprachigen Literatur bezeichnet werden und enthält neben der Titelerzählung die Satiren „Nicht nur zur Weihnachtszeit“, „Es wird etwas geschehen“, „Hauptstädtisches Journal“ und „Der Wegwerfer“.
Wenedikt Jerofejew: Die Reise nach Petuschki
Der Trinker Wenedikt Jerofejew besteigt den Zug von Moskau nach Petuschki, um dort seine Geliebte zu besuchen. In der Gesellschaft nicht minder trinkfreudiger Reisegefährten entwickelt sich die Zugfahrt zu einer regelrechten Sauftour, und mit jedem Schluck werden die Schilderungen Wenedikts absurder. „Die Reise nach Petuschki“ vereint auf einzigartige Weise Satire mit feuchtfröhlichem Nonsens und gilt zurecht als Meisterwerk der modernen russischen Literatur.
V.S. Naipaul: Wahlkampf auf karibisch Oder: Eine Hand wäscht die andere
In Elvira stehen Wahlen an. Doch die Bewohner der kleinen Stadt im erst seit kurzem demokratischen Trinidad sind mit ihren neuen Pflichten noch nicht recht vertraut – und dementsprechend chaotisch verläuft der Wahlkampf. Ob Rum, Aberglaube oder überzeugende Rhetorik, die Kandidaten bedienen sich aller Tricks, um die Gunst der Wähler zu gewinnen. Mit liebenswert exzentrischen Charakteren zeichnet V.S. Naipaul in diesem Roman ein humorvolles Bild des westindisch-politischen Lebens.
Tom Robbins: Salomes siebter Schleier
Eine junge Frau zieht nach New York, um sich dort als Künstlerin zu versuchen, landet jedoch als Kellnerin in einem außergewöhnlichen Restaurant. Es liegt gegenüber dem New Yorker UNO-Gebäude und gehört einem Juden und einem Araber. Eine explosive Mischung – und so dauert es nicht lange, bis die ersten Bombendrohungen eingehen. „Salomes siebter Schleier“ ist ein kurzweiliger Roman, der die politischen Konflikte unserer Zeit humorvoll aufgreift.
T.C. Boyle: Willkommen in Wellville
Dr. John Harvey Kellogg ist Chef des luxuriösen Sanatoriums all American Zauberberg, einem Wallfahrtsort für die gesundheitsbewusste Oberschicht der USA. Unter seinen Patienten befindet sich auch Will Lightbody, der vom Doktor auf eine qualvolle Diät gesetzt wird. Sein einziger Trost ist die kurvenreiche Schwester Irene, doch Dr. Kellogg hält nur wenig von Wills sexuellen Avancen. Der satirische Roman des Erfolgsautors T.C. Boyle wurde 1994 mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle verfilmt.
Ernst Augustin: Gutes Geld. Roman in drei Anleitungen
Ein junger Mann macht eine rätselhafte Erbschaft. Der Verstorbene ist sein kauziger Onkel Augustin – wie sich herausstellt ein raffinierter Geldfälscher. Als der Neffe schließlich das Geheimnis um den Nachlass löst, sucht er dessen ganzes Haus nach dem Falschgeld ab, trifft aber nur auf eine große Überraschung. Ein spannender, witziger und ironischer Roman über die hohe Kunst des Geldfälschens.
Thomas Berger: Abenteuer einer künstlichen Frau
Ellery Pierce, Techniker bei einer Firma zur Herstellung animatronischer Geschöpfe, hat kein Glück mit dem weiblichen Geschlecht. Also beschließt er, sich seine Traumfrau einfach selbst zu bauen – und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Roboterdame Phyllis ist die perfekte Ehefrau, intelligent und wunderschön. Zum Unmut ihres Schöpfers entwickelt sie jedoch schnell eigene Pläne und verlässt Ellery, um in Hollywood Karriere zu machen. Schon bald fasst sie einen ehrgeizigen Entschluss: Sie will die erste Präsidentin der USA werden.
Ror Wolf: Fortsetzung des Berichts
Ror Wolfs Debütroman aus dem Jahr 1964 ist ein groteskes Meisterwerk mit einzigartiger Erzählweise. Zwei Handlungsstränge lösen die logische Zeitfolge auf, umkreisen und verzahnen sich, sind gleichzeitig surreal und doch rational: In einem beschreibt der Autor minutiös den Ablauf einer gigantischen Fressorgie, im anderen eine bizarre Wanderung. „Fortsetzung des Berichts“ ist ein höchst unterhaltsames Spiel mit unserer Vorstellung von Fiktion und Wirklichkeit.
Roald Dahl: Onkel Oswald und der Sudan-Käfer
Roald Dahl berichtet in diesem Buch einmal mehr aus den reichlich indiskreten Tagebüchern seines Onkels Oswald Hendryks Cornelius. Diesmal begibt sich der Lebemann Oswald auf die Suche nach dem sagenumwobenen Sudan-Käfer, aus dem sich ein außergewöhnlich wirksames Aphrodisiakum gewinnen lässt – welch gewinnversprechende Geschäftsidee! Ein „haarsträubend“ komischer und unerhört frivoler Roman des weltbekannten Schriftstellers und Drehbuchautors.
Paul Murray: An Evening of Long Goodbyes
Lange Spaziergänge, Gene-Tierney-Filme und der ein oder andere Cocktail – Charles Hythloday ist mit seinem dandyhaften Lebensstil keineswegs unzufrieden. Im Herrenhaus seiner Eltern kann der 24-Jährige sorgenfrei in den Tag hineinleben. Doch als überraschend das Geld knapp wird, sieht er sich plötzlich mit äußerst realen Problemen konfrontiert. Ein furioser Debütroman über einen arbeitsscheuen Misanthropen mit bestechendem, irisch-sarkastischem Charme.
Robert Gernhardt: Kippfigur. Erzählungen
„Kippfigur“ vereint 13 satirische Erzählungen des 2006 verstorbenen Schriftstellers und Malers Robert Gernhardt, die sich vornehmlich mit den komplizierten Beziehungen der Geschlechter beschäftigen. Ob ein Toskanaurlaub für einen Mann und seine deutlich jüngere Freundin zu einer peinlichen Tragödie wird oder Gott und der Teufel bei Kaffee und Kuchen das Geschehen auf Erden beobachten – Gernhardts Geschichten sind treffend, sprachgewandt und beispiellos komisch.
Tom Sharpe: Familienbande
Sein neues Leben als Ehemann der naiven Jessica in einem Vorort von London passt so gar nicht zum unangepassten und einfallsreichen Lockhart Flawse. Als er auch noch seinen Job verliert, beginnt er einen äußerst ungewöhnlichen Rachefeldzug gegen die Gesellschaft. Mit seinem unvergleichlichen schwarzen Humor zeichnet Tom Sharpe, Autor des Kultromans „Puppenmord“, ein absurd komisches Bild der modernen Welt und ihrer Zwänge.
Peter Ustinov: Monsieur René
Das Personal eines Luxushotels erfährt täglich von den Geheimnissen und schmutzigen Geschäften der Reichen und Mächtigen. Dieses geheime Wissen der Kellner, Zimmermädchen und Pagen will der ehemalige Chef-Concierge Monsieur René nutzen und zu Geld machen. Dabei verstrickt er sich allerdings immer tiefer in eine Konspiration von internationalem Ausmaß. Ein rabenschwarzer, komischer und tiefsinniger Roman mit einem liebenswert-skurrilen Helden vom Altmeister der britischen, weltmännischen Ironie.
Gregor von Rezzori: Maghrebinische Geschichten
Ort des Geschehens ist das utopische Maghrebinien. In „tolldreisten Lügengeschichten“ erzählt Gregor von Rezzori geistreich und mit viel Witz von der Geschichte und Kultur, vor allem aber von den skurrilen Bewohnern dieses balkanischen Fantasielandes. Seien es verschlagene Tagediebe, betrunkene Maler oder Knoblauch kauende Herrscher, die Reise durch das ehrwürdige Maghrebinien hält auf jeder Seite neue Überraschungen für den Leser bereit.
David Lodge: Schnitzeljagd
Ehrgeizige Professoren aus aller Welt hetzen im Kampf um einen begehrten Lehrstuhl von einer Konferenz zur nächsten – und dabei sind sie sich für keine Intrige zu schade. Unter ihnen ist auch der unbedarfte Neuling Persse McGarrigle, der in dieser geistreichen Satire auf die akademische Welt allerdings nicht nur nach Ruhm und Anerkennung sucht. Seine Aufmerksamkeit gilt in erster Linie einer hübschen jungen Frau namens Angelica.
P.G. Wodehouse: Der unvergleichliche Jeeves
„Der unvergleichliche Jeeves“ gehört zu den ersten und humorvollsten Büchern des englischen Kultschriftstellers P.G. Wodehouse rund um den Gentleman Bertie Wooster und seinen findigen Butler Jeeves. Ob es um die nervtötenden Verkupplungsversuche der Erbtante oder Beziehungstipps für den besten Freund geht – ohne die Hilfe von Jeeves wäre Bertie wohl längst an den Aufgaben des Alltags gescheitert. Denn sein Butler ist weit mehr als ein gewöhnlicher Angestellter.
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