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Trede, Nils  :  Das versteinerte Leben
Roman
Das versteinerte Leben
Das versteinerte Leben


Secession Verlag für Literatur
Artikel-Nr.: 9783905951141
Artikel-Info/Bestellschein

lieferbar

 

19,95 EUR
  • 2012
  • 192 Seiten
  • 20,5 cm
  • Gebunden


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»Ich versuche Fragen, die man nicht beantworten kann, einen Ausdruck zu geben.« Nils Trede

Nils Trede schreibt aus einem frei gewählten sprachlichen Exil heraus, der französischen Sprache - seine Muttersprache ist das Deutsche.

Aus diesem Exil heraus bringt er jene selten aufgesuchten Ränder unserer Existenz zur Sprache, die einer nahezu gnadenlosen Selbstwahrnehmung angehören - und von der die ungeheuerliche Gefahr ausgeht, uns in der Erzählung zu zeigen, wer wir sind, wenn wir den Verankerungen sozialer Illusionen entgleiten.

Der Ich-Erzähler dieses Romans, Polizeiarzt und Restaurantbesitzer, führt ein Doppelleben auf zwei sehr nahe beieinander gelegenen Inseln in einer grossen modernen Stadt. Die doppelte Verortung seines Lebens mag als Grundmetapher für die Zerrissenheit seiner Figur gelten, sie ist zugleich jedoch auch eine besondere Ausgangslage, um die Beobachtung unserer Welt zu schärfen.

Beginnt der Roman mit dem Geräusch eines plötzlich einfallenden Platzregens über der Stadt, so werden seine Figuren im Laufe der Erzählung einer Eiseskälte ausgesetzt, die ein letztes Mal in ein Bild gewandelt wird: der steinerne Friedhof als kälteste Form von Leblosigkeit selbst genügt nicht mehr, um der seelischen Haltlosigkeit des Protagonisten ein Zuhause zu gewähren. So wird er, die »Winterreise« hat es uns schon einmal sehr deutlich gemacht, weitergehen müssen mitten hinein ins eiskalte Leben - und die Erzählung davon birgt eine Wärme und Intensität, die das kostbare Gut Leben nur um so fragiler erscheinen lässt.

 

Nils Trede, geb. 1966 in Heidelberg) ist Arzt für Allgemeinmedizin von Beruf und lebt seit 1996 in Frankreich. 2008 ist dort sein erster Roman »La Vie pétrifiée« erschienen.

 

»Gewiss, die Einsamen erscheinen oft seltsam und bereiten Angst.
Doch bemerken sie in ihrer Einsamkeit, was den Geselligen fremd bleiben muss.
Sie öffnen sich den Rätseln und lassen sich auf sie ein.
Sie beobachten sie lang, sie haben Zeit und wenig zu verlieren, denn sie teilen sich selten mit.
Die Einsamen tragen ihre Beobachtungen in sich und fürchten deshalb das Urteil der Geselligen nicht.«

 

Copyright Autorenfoto: Nils Trede


Diesen Artikel haben wir am Montag, 20. Februar 2012 in unseren Katalog aufgenommen.
Parse Time: 3.509s. © Kohlibri 2010